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24.10.11

Österreich: ELGA vernetzt Gesundheitswesen

Die Entwicklung der elektronischen Gesundheitsakte in Österreich ist seit dem letzten großen Bericht in E-HEALTH-COM im Sommer 2008 deutlich vorangeschritten. Die gesetz­­li­che Absicherung und ein Teil-Rollout der ELGA stehen an. Das provo­ziert allerdings auch so bisher noch nicht gekannte Kontroversen.



Mit der Errichtung und dem zukünftigen Betrieb  der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) schließt sich Österreich der internationalen Entwicklung im Bereich der elektronischen Gesundheitsakte an. Etablierte moderne Krankenhausinformations­systeme, integrierte Software bei Ärzten oder Apotheken und flächen­deckende Verwendung moderner Labor- und bildgebender Technologie bieten sehr gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Vernetzung und Kooperation aller Akteure im österreichischen Gesundheitswesen. 

 

"Virtuelles" Informationssystem

Deshalb wird seit einigen Jahren intensiv an der Einführung von ELGA gearbeitet. In dieser landesweiten „virtuellen“ Akte sollen relevante Gesundheitsdaten der Bürger künftig elektronisch zur Verfügung gestellt werden. Ein wichtiger Schritt zur Umsetzung dieses gesundheitspolitischen Ziels war zu Anfang des letzten Jahres die Gründung einer eigenen Gesellschaft, der ELGA GmbH, durch den Bund, die Länder und den Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Nachdem zuvor die Arbeiten durch eine Arbeitsgemeinschaft koordiniert und vorangetrieben wurden, ist nun die GmbH mit der Einführung und Implementierung der elektronischen Gesundheitsakte betraut. 


Im Kern ist ELGA ein „virtuelles“ Informationssystem für strukturierte elektronische Gesundheitsdaten zu einer eindeutig identifizierten Person. Dabei stammen die Daten von verschiedenen Gesundheitsdiensteanbietern und sind in einem oder mehreren realen Informationssystemen gespeichert. ELGA stellt die Gesundheitsdaten rund um die Uhr internetbasiert zur Verfügung, unabhängig vom Ort der Erstellung und Speicherung der Daten. 

 

Systemgrenzen überwinden und Kooperation stärken 

Gesundheit spielt sich in stark vernetzten Systemen ab. Mit der Errichtung der elektronischen Gesundheitsakte fallen bestehende „Systemgrenzen“ zwischen Akutversorgung und Nachsorge, zwischen Krankenhaus und niedergelassenen Ärzten, Ambulatorien und Apotheken. ELGA stellt die Verbindung zwischen all diesen Systemen her, indem die Gesundheitsdaten im Rahmen einer durchgehenden Informationskette zur Verfügung gestellt werden.

 

So wird die Kooperation der Gesundheitsdiensteanbieter gestärkt und unterstützt. Die Akteure können sich sicher und zeit- und ortsunabhängig ver­binden – untereinander und mit ihren Patienten und Patientinnen. Mit dieser engen Vernetzung wird letztendlich die Verbesserung der Behandlungsqua­lität und Erhöhung der Patientensicherheit möglich.

 

Klare Struktur und Standards
Die Gesundheitsakte ist klar strukturiert. Als Standard für Dokumente wurde HL7 CDA (Health Level Seven – Clinical Document Architecture) festgelegt. Durch die Strukturierung der Daten sind diese viel leichter zu durchsuchen als etwa ein Hängeordner mit Papierdokumenten. Die Auswahl der wirklich relevanten Dokumente zu einem Patienten wird weiterhin Sache der Ärzte sein. An der inhaltlichen Erarbeitung der ersten ELGA-Dokumente – Entlassungsinformation, Labor- und Ra­diologiebefund – waren deshalb von Anfang an mehr als 100 Beteiligte quer durch alle Fachgruppen von Ärzten bis Softwareherstellern beteiligt. 

 

Hinsichtlich des Datenaustausches wird auf den ebenfalls international etablierten Standard IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) gesetzt, der die Kommunikation der Systeme untereinander über standardisierte Schnittstellen unterstützt. Angestrebt wird, dass der Arzt in der Praxis oder im Krankenhaus die zugrunde liegende technische Infrastruktur gar nicht wahrnimmt, sondern in seiner gewohnten Softwareumgebung arbeiten kann. Krankenhausverbünde oder Arztordinationen müssen ihre bereits bestehende Hard- und Software auch nicht komplett ersetzen. Diese müssen lediglich um die neuen Schnittstellen erweitert werden.

 

Patienten- und Gesundheitsdiensteanbieter-Index
Zwei wichtige technische Komponenten der Gesundheitsakte, nämlich der Patienten-Index und der Gesundheitsdiensteanbieter-Index (GDA-­ Index) sind bereits weit gediehen. Der Patienten-Index enthält die demografischen Daten zu den Personen und deren eindeutiger Identifikation sowie die Information, wo es Daten zu einer Person gibt. Der GDA-Index enthält die Lis­te der grundsätzlich berechtigten Gesundheitsdiensteanbieter, wie zum Beispiel Ärzte, Apotheker oder Kranken-anstalten.









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