Mobile Arztpraxis
Viele niedergelassene Ärzte wollen heute ihren Beruf nicht mehr ausschließlich im Sprechzimmer ausüben. Moderne Arztinformationssysteme (AIS) bieten mannigfaltige Optionen für die mobile Nutzung – vom separaten Modul für Notdienst und Hausbesuche bis zum digitalen Komplettzugriff per Notebook, Heim-PC oder Tablet-PC.
Lösungen für den mobilen Einsatz der AIS werden von den Ärzten heutzutage immer stärker nachgefragt“, betont Ralf Franke, Bereichsleitung Technologie bei der medatixx in Bamberg. Vor allem das Arbeiten von zu Hause aus nehme immer mehr an Bedeutung zu: „Gerade jüngere Ärzte, die die mobile Arbeit mit IT-Systemen aus ihrem Alltag und zunehmend auch aus dem Klinikalltag gewohnt sind, wollen oft nicht darauf verzichten, wenn sie in die Niederlassung gehen.“
Mobile Nutzung nimmt zu
Warum auch? Natürlich bleibt der direkte Patientenkontakt auch im 21. Jahrhundert das zentrale Element der ärztlichen Tätigkeit. Aber der Praxisalltag erschöpft sich damit bekanntlich nicht: „Dinge wie Karteikarten vervollständigen oder Arztbriefe verfassen kann man selbstverständlich auch von zu Hause aus. Und natürlich gibt es eine erhebliche Anzahl von niedergelassenen Ärzten, die bei Hausbesuchen oder im Notdienst einen Zugriff auf ihre Daten nutzen wollen“, so Franke. Alles zusammen genommen, dürfte jeder dritte bis vierte Arzt schon heute sein AIS in irgendeiner Art mobil nutzen. Tendenz klar steigend.
Welche Möglichkeiten hat der niedergelassene Arzt, sein AIS auch mobil zu nutzen, sei es zu Hause, sei es unterwegs bei Hausbesuch oder Notdienst? „Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten“, erläutert Franke. Da sind zum einen die speziell für Situationen wie Hausbesuch oder Notdienst konzipierten AIS-Module, die meist auf einem Laptop installiert werden. Bei diesen Modulen arbeitet der Arzt unterwegs auf seinem mobilen Rechner und kann dabei eine Reihe von Funktionen der vertrauten Praxis-EDV nutzen. Zurück in der Praxis müssen die Daten dann mit dem AIS synchronisiert beziehungsweise ins AIS kopiert werden. Die zweite Variante ist der Fernzugriff auf das in den Praxisräumen installierte IT-System. Bei diesem Szenario arbeitet der Arzt direkt in seinem AIS, muss es also nicht nach der Rückkehr in die Praxis aktualisieren.
Modell Datenmitnahme
Wer sich für den mobilen Zugriff per „Datenmitnahme“ entscheidet, installiert die entsprechende Software auf dem Endgerät, das er unterwegs mitnehmen möchte. Über eine Dockingstation oder auf anderen Wegen werden dann jeweils nach Bedarf relevante Daten von der Praxis-EDV auf den mobilen Rechner geladen. Welche Daten das sind, kann der Arzt innerhalb gewisser Grenzen selbst entscheiden: Meist interessieren unterwegs Karteikarte und Stammdaten. Es können aber durchaus auch Formulare, Laborwerte oder eine Textverarbeitung mit „auf die Reise“ genommen werden.
Damit wird es dann beispielsweise möglich, unterwegs ein Rezept zu erstellen. Viel hängt natürlich davon ab, was der Arzt sonst noch so an Hardware mit sich herumtragen möchte. Die XXL-Version für Notdienst oder Hausbesuche ist ein Köfferchen, in dem nicht nur der Laptop, sondern auch noch ein Chipkartenlesegerät und ein kleiner Rezeptdrucker verstaut sind. Eine Alternative zu vollwertigen Chipkartenlesegeräten sind mobile Kartenlesegeräte, die deutlich kleiner und leichter sind. Sie dienen aber in der Regel nur als Zwischenspeicher für die von der Chipkarte eingelesenen Daten.
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