Die Fernbetreuung von Intensivstationen durch telemedizinisch zugeschaltete Intensivmediziner ist in den USA ein Riesenthema. Eine neue Studie äußert jetzt Zweifel an der Effektivität des Verfahrens.
In der Studie wurde untersucht, ob sich in sechs Intensivstationen nach Einführung der Fernbetreuung die Behandlungsqualität veränderte. Nachdem die Fernbetreuung gewissermaßen „on top“ auf die Vor-Ort-Betreuung aufgesetzt wurde, hätte man erwarten dürfen, dass sich in einem observationalen Studiendesign im Vorher-Nachher-Vergleich nachweisbare Verbesserungen zeigen.
Das war nicht der Fall. Zwar sank die Kliniksterblichkeit von 12 auf 9,9 Prozent. Nach Adjustierung für Krankheitsschwere war das aber nicht mehr signifikant. Auch der Abfall der mittleren ITS-Sterblichkeit von 9,2 auf 7,8 Prozent reichte nicht für das Signifikanzniveau. Allerdings fiel der Vorteil in der Subgruppe der schwer erkrankten Patienten deutlicher aus. Da Subgruppen nur hypothesengenerierend sind, wäre in einer Folgestudie zu klären, ob die gewünschten Effekte auf das medizinsiche Outcome auftreten, wenn die Fernbetreuung auf diese Patienten beschränkt bleibt.
Weitere Informationen zu dieser und anderen aktuellen Studien finden Sie in der nächsten Ausgabe von E-HEALTH-COM.
Eric Thomas, Journal of the American Medical Association 2009; 302(24):2671-2678
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