Wie valide sind medizinische Auswertungen der Daten in elektronischen Patientenakten? Experten vom Lehrstuhl für Allgemeinmedizin am Massachusetts General Hospital haben die Zuverlässigkeit automatischer Screening-Algorithmen zur Identifizierung kardiovaskulärer Risikopatienten untersucht – mit Erfolg. Das Kollektiv bestand aus zwölf niedergelassenen Primärarztzentren, die mit unterschiedlichen EDV-Systemen arbeiteten. Insgesamt 122000 Patientendatensätze wurden analysiert, basierend auf den fünf NCEP-ATP III-Kriterien für das Vorliegen eines metabolischen Syndroms (MetS).
Es wurden drei Gruppen gebildet: kein MetS, MetS-Risiko, MetS-Vollbild. Die entscheidende Frage war, was die Patienten in den drei auf diese Einteilung folgenden Jahren für Erkrankungen entwickelten.
Tatsächlich korrelierte die per Software vorgenommene Einteilung gut mit der Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen: Die Diabetesraten lagen bei 1,4% (kein MetS), 4,0% (MetS-Risiko) und 11,0% (MetS-Vollbild). Bei den KHK-Raten gab es mit 3,2%, 5,3% und 6,4% ebenfalls eine aufsteigende Leiter. Beides war hoch signifikant, sodass die Autoren das Risikofaktor-Screening per EDV zumindest für den Bereich metabolisches Syndrom als funktionierend erachten. Die Sensitivität für das MetS-Vollbild betrug 73%, die Spezifität 91%.
Marie-France Hivert; BMC Health Services Research 2009; 9:170
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