Die deutschen Krankenhaus-IT-Leiter befassten sich auf der diesjährigen Herbsttagung ihres Bundesverbands KH-IT in Rotenburg an der Fulda (23. - 24. September 2009) mit der Veränderung ihres Berufsbildes. Denn die Anforderungen an die IT-Leiter haben sich in den vergangenen Jahren gründlich geändert. War in den Anfängen der Krankenhaus-IT noch der Spezialist gefragt, der auch ein Quereinsteiger sein konnte, so müssen heutige Krankenhaus-IT-Leiter Generalisten mit Management-Fähigkeiten sein.

  

Der Einzug der "EDV" in die Krankenhäuser in den 60er-Jahren bot zahlreichen Quereinsteigern eine neue berufliche Perspektive. Zunächst als Tabellierer, der Sortier- und Tabelliergeräte für Lochkarten bedienen und Maschinen einstellen konnte. Er arbeitete hauptsächlich für die Buchhaltung. In den 70er-Jahren war er dann "Leider des Rechenzentrums", der auch Programmiersprachen beherrschen musste. Die Entwicklung vom Spezialisten hin zum Generalisten wurde dann in den 80er- und 90er-Jahren vollzogen. Heute werden vom IT-Leiter weniger Programmierkenntnisse oder Schrauberfähigkeiten erwartet. Stattdessen wird von ihm verlangt, dass er die Kosten des Unternehmens Krankenhaus reduziert. Das setzt wiederum betriebswirtschaftliches Denken voraus und das Denken von Prozessen. In noch stärkerem Maß werden Management-Fähigkeiten vom IT-Leiter verlangt, wenn seine Abteilung ausgegliedert wird, und er plötzlich einer GmbH vorsteht.

 

Der KH-IT-Vorsitzende Heiko Ries wies darauf hin, dass die geänderten Anforderungen an die IT-Leiter schon bei der Ausbildung berücksichtigt werden müssen. Im Verlauf der Diskussion unter den rund 130 Teilnehmern kam der Vorschlag auf, dass sich zum Beispiel die Programmierausbildung an den Fachhochschulen auf die Grundlagen beschränken, und dafür mehr Betriebswirtschaft gelehrt werden sollte. Den gestandenen IT-Leitern wurde auch empfohlen, Managementseminare zu besuchen. Der stellvertretende KH-IT-Vorstand Horst-Dieter Beha verwies auch auf die Bedeutung der Softskill-Seminare hin, die sein Verband seinen Mitgliedern regelmäßig anbietet.

 

Eine weitere Herausforderung, die in Zukunft auf die IT-Leiter zukommt, ist der Fachkräftemangel. Das Interesse an den Studiengängen Informatik und Wirtschaftsinformatik habe in den vergangenen fünf Jahren europaweit nachgelassen, berichtete einer der Teilnehmer.

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