Rezensionen

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Herkulesarbeit Klinik-IT

IT im Krankenhaus


IT im Krankenhaus – Von der Theorie in die Umsetzung

Peter Gocke und Jörg Debantinzi (Hrsg.)

MWV, Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

Berlin 2011

74,95 Euro

 

 

Die Wirklichkeit ist bekannt: Obwohl jeder weiß, dass Kliniken auf Dauer nur mithilfe effizienter, IT-gesteuerter Prozesse überleben können, bleibt die IT-Welt in vielen Krankenhäusern Stückwerk. Die „Macher“ einer der Kli­niken, die deutschlandweit am konsequentesten auf IT setzen, haben jetzt ein Buch vorgelegt, in dem Prak­tiker das relevante Wissen für Pla­nung, Modellierung und Umsetzung integrierter IT-Systemlösungen im Klinikumfeld zusammengetragen haben.

 

Peter Gocke und Jörg Debantin vom Universitätsklinikum Hamburg-Ep­pen­dorf (UKE) haben 29 weitere Autoren um sich versammelt, die mit vier Ausnahmen alle vom UKE stammen. Den Schwerpunkt des Buches bil­den die medizinischen Prozesse und Systeme. Ein besonderer Schwer­­punkt liegt dabei auf der elektronischen Patientenakte als zentralem Prozesswerkzeug für eine effiziente Versorgung. Behandelt werden in diesem Zusammenhang unter anderem klinische Prozesse, Arztbrief­schrei­bung, digitales Archiv, medikationssicherheit, elektronische Visite, EDV-gestützte Pflege und sämtliche Ab­teilungssysteme, die man sich nur vorstellen kann.

 

Aber auch Infrastruktur und Si­cher­heit, administrative Systeme und die Logistik kommen nicht zu kurz. Aus­führlich behandelt werden seitens der IT-Sicherheit unter anderem Netz­werk­architekturen, E-Mail-Kom­mu­nikation und BSI-Zertifizierung. In Sachen Logistik diskutieren die Au­­toren unter anderem Pager-Sys­te­me, Patienten-Entertainment-Sys­te­me, das Fehlermeldewesen sowie die Einbindung der Medizintechnik. Und im Kapitel zu administrativen Sys­te­men reicht das Spektrum von der Pa­ti­entenadministration über die am­bulante und stationäre Abrechnung bis hin zu Controlling, Steuerung und Personalverwaltung.

 

In der Gesamtheit ist Gockes und Debantins Buch ein eindrucksvolles Zeugnis für den anspruchsvollen, aber letztlich erfolgreichen Trans­for­ma­ti­ons­prozess eines Klinikums, das dem Ideal der papierlosen Klinik so nahe kommt wie kaum eine andere Ein­rich­tung im deutschen Gesund­heits­wesen. Der Co-Herausgeber und längjährige UKE-Chef Jörg Debatin kehrt praktisch mit Erscheinen des Buches nicht nur dem UKE, sondern auch der Krankenhausmedizin zu­gunsten einer Geschäftsführer­po­si­tion in der Privatwirtschaft den Rücken. Das muss man vor dem Hin­ter­grund der erfolgreichen Re­struk­tu­rie­rung und vor allem IT-Restruk­tu­rie­rung des noch vor einigen Jahren weitgehend maroden UKE doppelt bedauern.

 

(Grätzel)

 

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