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Nicht schön, aber spannend

IMIA Yearbook of Medical Informatics 


IMIA Yearbook of Medical Informatics

Schattauer Verlag

Stuttgart 2009

95 Euro (für Nicht-Mitglieder)

 

Wer als wissenschaftlicher Verlag ein Buch herausgeben will, hat mehrere Möglichkeiten. Eine relativ kosteneffiziente Variante besteht darin, existierende Publikationen eines Jahres zu sammeln, sie ein wenig zu sortieren, jede Sektion mit einem Vorwort zu versehen und dann als Jahrbuch zu vermarkten.

 

Der Schattauer Verlag macht genau das mit dem Yearbook of Medical Informatics der International Medical Informatics Association (IMIA), das jetzt in der Ausgabe 2009 vorliegt. 2009 bezieht sich allerdings auf das Erscheinungsjahr. Die in Kapiteln wie „Health Information Systems“, „Deci­sion Support“, „Bioinformatics“, „Sen­sor, Signal and Imaging Informatics“, „Knowledge Representation and Ma­nagement“ oder „Education and Con­sumer Informatics“ zusammenge­fassten Beiträge stammen weit überwiegend aus dem Jahr 2008.

 

Das macht die Sammlung als Nach­schla­gewerk zwar nicht brandaktuell, aber deswegen nicht weniger wertvoll. Schon wer sich nur die den insgesamt acht Sektionen vorangestellten Zusammenfassungen zu Gemüte führt, erhält einen guten Überblick über die aktuellen Trends in der (akademischen) Medizininformatik. Die Originalarbeiten helfen dann dabei, einzelne Fragestellungen zu vertiefen. 

 

Langer Rede, kurzer Sinn: Was das Jahr über tagaus, tagein als Daten­bank-Alerts ins E-Mail-Postfach flattert, kommt im IMIA-Jahrbuch zwar mit einem Jahr Verzögerung, aber dafür übersichtlich gebündelt ins Haus. Und genau deswegen ist dieses „Buch“, das in Aufmachung und Verarbeitungsqualität letztlich nur eine eingedickte Zeitschrift ist, auch im Digitalzeitalter ein Muss.

(Grätzel)

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