Geschäftsmodelle für Grid Computing gesucht
Geschäftsmodelle für Grid Computing in der Medizin und der Biomedizin
Geschäftsmodelle für Grid Computing in der Medizin und der Biomedizin
Stefan Scholz
EUL Verlag
Lohmar 2010
64 Euro
Der digitale Datenberg wächst ständig an. Und an immer mehr wissenschaftlichen Projekten arbeiten Forscher organisationsübergreifend an mehreren Standorten. Das ist auch in der Medizin ein Trend. Damit diese Datenberge überhaupt von unterschiedlichen Standorten genutzt werden können, ohne dass die Forscher „zu den Bergen“ kommen müssen, gibt es das Grid Computing. Es unterstützt die koordinierte, gemeinsame Nutzung und Virtualisierung geographisch verteilter IKT-Ressourcen.
Stefan Scholz hat sich in seiner Dissertation dieser technologischen Lösung angenommen. Die Arbeit, die im Rahmen des Projekts MediGRID – Teil der D-GRID Initiative der Bundesregierung – steht, stellt indes nicht nur die Frage, was man mit Grid Computing in der Medizin machen kann. Scholz fragt sich auch, wie Grid-Computing-Applikationen nachhaltig am Markt bestehen können. Eine ziemlich entscheidende Frage, denn es gibt mittlerweile zahlreiche Grid-Initiativen.
Die Aktivitäten der Mehrzahl der Vorhaben beschränkt sich allerdings bisher auf die Förderphase. Eine betriebswirtschaftliche Fundierung der Projektergebnisse erfolgt in der Regel nicht. Doch je näher das Ende der Förderung rückt, desto drängender stellt sich die Frage nach einem adäquaten Geschäftsmodell, in das man die Anwendung überführen kann. Scholz empfiehlt hier ein Referenzmodell für Grid Computing, das er beschreibt.
Der Aufbau des Buches ist, wie soll es anders sein, wissenschaftlich. Interessant ist, dass der Autor zahlreiche internationale Experten befragt hat. Auch beschreibt er Fallstudien wie die Projekte ACGT (Advancing Clinico Genomic Trials on Cancer). Fazit: Das Buch ist umfassend, aktuell und es widmet sich einer Frage, die bisher in der Literatur noch wenig diskutiert wurde und die für die aktuelle Praxis sehr relevant ist.
(Schellhase)
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