
Spät, aber nicht zu spät
Blogbeitrag von Hans-Peter Bröckerhoff
Die Verwunderung im Auditorium der TELEMED 2009 war groß, als Dr. Matthias Perleth vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) deutlich machte, bei Telemedizin handele es sich nicht per se um eine neue Methode und deshalb sei der G-BA für sie auch nicht zuständig. Die Verwunderung wuchs noch und äußerte sich durch Raunen und Getuschel im Hörsaal der Berliner Kaiser-Friedrich-Stiftung, als auch auf eine sehr konkrete Nachfrage am Beispiel des Projekts „Partnership for the Heart“ die Botschaft die gleiche blieb. Ein verständliches Unverständnis der Telemedizin-Community! Sind doch gerade mit „Partnership for the Heart“ und der ambitionierten Begleitforschung hohe Erwartungen an den G-BA verbunden. Hier soll, so hoffen viele, der Präzedenzfall entstehen, der für Telemedizinanwendungen den Weg in die Regelversorgung öffnet. Und dann so eine Aussage?!
Noch am Vorabend hatten viele der Konferenzteilnehmer die Gelegenheit genutzt, sich in der Charité unmittelbar und konkret mit dem Projekt „Partnership for the Heart“ vertraut zu machen. Ihnen war plastisch vor Augen geführt worden: Diese Telemedizinanwendung ist keine reine Kombination von bekannten Diagnosemethoden mit Telekommunikation und IT. Sie stellt vielmehr (wie andere Anwendungen auch) eine neue, innovative Behandlungsmethode dar. Durch das Zusammenspiel von Fernüberwachung, Datenanalyse, gezielter Intervention, Complianceförderung und anderem mehr entsteht eine neue Behandlungsqualität für genau definierte Patientengruppen.
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