08.11.10

Telemedizin: Schlaganfall-Telekonsil wird Regelversorgung



Ab dem Jahr 2011 wird es im neuen OPS-Katalog des DIMDI eine Abrechnungsziffer für das Schlaganfall-Telekonsil geben. Damit endet ein jahrelanges Übergangsstadium, bei dem die Schlaganfalltelenetze in Deutschland ihre Finanzierung mit Hilfe von separaten Vereinbarungen mit Krankenkassen gesichert haben.

 

Die Einordnung des Schlaganfall-Telekonsils erfolgt in die Komplexziffer 8-98b. Die Punktzahl ist variabel, aber Experten gehen davon aus, dass pro versorgten Patienten rund 1000 Euro zusätzlich abgerechnet werden können. Bei einem Krankenhaus, das ohne eigene 24-Stunden-Neurologie rund 300 Schlaganfallpatienten pro Jahr versorgen möchte, müsste das kostendeckend sein, wenn die Kosten von 250000 Euro pro Jahr zugrunde gelegt werden, die für die Krankenhäuser im TEMPiS-Netz ermittelt wurden.

 

Die Anforderungen an Kliniken, die die Komplexziffer 8-98b geltend machen wollen, sind relativ hoch. Sie orientieren sich an den Qualitätskriterien, die die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft für Tele-Schlaganfallnetze formuliert hat. Konkret heißt es im OPS-Katalog:

„Die primäre neurologische Untersuchung erfolgt im Rahmen eines regionalen Netzwerkes durch einen Telekonsildienst einer überregionalen Stroke unit. Der Telekonsildienst muss 24 Stunden zur Verfügung stehen. Die Telekonsilärzte müssen für die Zeit des gesamten Telekonsildienstes von anderen klinischen Tätigkeiten freigestellt sein. Für die Schlaganfallbehandlung in den telekonsiliarisch betreuten Kliniken müssen folgende Kriterien erfüllt sein: Zwei Fortbildungsveranstaltungen pro Jahr zum Thema Schlaganfall für Ärzte, Pfleger und Therapeuten. Zwei Qualitätsbesprechungen vor Ort pro Jahr unter der Leitung des Netzwerkkoordinators. Ein vom Netzwerk organisiertes Bedside-Training des Pflegepersonals vor Ort über mindestens fünf Tage pro Jahr. Kontinuierliche strukturierte Dokumentation der Behandlungsqualität.“




Aus den Unternehmen
16.05.12
Salzburger Nachrichten: Internet kann den Arzt nicht ersetzen

Qualität. Viele Menschen suchen mittlerweile im Internet nach gesundheitsrelevanten oder...


13.05.12
Märkische Allgemeine: „Telemedizin ist zusätzlich“

In Meyenburg informierten sich Ärzte über den Nutzen der Kommunikations-Elektronik für Patienten


13.05.12
RP Online: Virtueller Arzt überwacht Patienten online

Detlef Bülow wird seit über einem Jahr rund um die Uhr überwacht. Wenn dem 70-jährigen Rentner aus...


Nachrichten für den CIO
News Feed