Telemedizin: Partnership for the Heart legt Studienergebnisse vor
Die lange erwarteten Ergebnisse der Telemonitoring-Studie TIM-HF, in Deutschland eher unter dem Namen Partnership for the Heart-Studie bekannt, liegen vor. Sie wurden beim Kongress der American Heart Association (AHA 2010) und jetzt noch einmal bei der Medica 2010 in Düsseldorf vorgestellt. Die Auswertung zeigt ein differenziertes Bild, das darauf hindeutet, dass der Nutzen der Telemedizin stark davon abhängt, dass die richtigen Patienten ausgewählt werden.
An der von Bundeswirtschaftsministerium und von Industrieunternehmen finanzierten TIM-HF-Studie nahmen 710 Patienten mit Herzinsuffizienz im Raum Stuttgart und im Raum Berlin teil, die in einem randomisiert-kontrollierten Studiendesign entweder telemedizinisch oder aber konventionell versorgt wurden. Bei der Gesamtmortalität (primärer Endpunkt) und auch beim sekundären Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod und herzbedingten Krankenhauseinweisungen gab es zwar jeweils keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Es wurden aber eine Reihe prädefinierter Subgruppen identifiziert, bei denen die Telemedizin sehr wohl Vorteile hatte.
Konkret gab es mit Blick auf den primären Endpunkt Gesamtmortalität und bei gemeinsamer Betrachtung von kardiovaskulärer Mortalität und Krankenhauseinweisungen in der Subgruppe der nicht depressiven Patienten einen Vorteil für die Telemedizin-Intervention. Vorteile ergaben sich auch bei Patienten mit einer kardialen Dekompensation in der Anamnese und bei ICD-Trägern. Patienten, die nicht depressiv waren, eine linksventrikuläre Auswurfleistung (LVEF) von 25 Prozent oder mehr hatten und schon einmal wegen Herzinsuffizienz im Krankenhaus gewesen waren, hatten in Bezug auf die kardiovaskuläre Mortalität einen signifikanten Vorteil durch Telemedizin.
Telemedizinisch versorgte Patienten berichteten außerdem über eine bessere Lebensqualität, ermittelt nach SF-36-Score (sekundärer Endpunkt). In der Gesamtschau belegen die Ergebnisse der TIM-HF-Studie die große Bedeutung der richtigen Patientenauswahl beim Einsatz von Telemonitoring in der Herzinsuffizienztherapie.
Zum Originalvortrag von Prof. Stefan Anker, der das steering committee der TIM-HF Studie leitete, beim AHA 2010
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