22.02.10

Telemedizin: 100. Patient im Greifswalder Forschungsprojekt zu Herzinsuffizienz



Das Projekt "Telemedizinische Überwachung von Herzinsuffizienzpatienten" der Uniklinik Greifswald hat den 100. Patienten aufgenommen. An dem Forschungsprojekt des Integrierten Funktionsbereichs Telemedizin (IFT) nehmen inzwischen 26 Frauen und 74 Männer teil. Das Durchschnittsalter beträgt 65 Jahre", informierte der Leiter des neuen Telemedizinzentrums, Prof. Wolfgang Hoffmann.

 

Ziel des Projektes ist es, die Versorgung dieser Patienten zu verbessern sowie ungeplante Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Dafür wird die telemedizinisch betreute Patientengruppe mit der Diagnose Herzinsuffizienz mit einer Patientengruppe ohne telemedizinische Überwachung verglichen. Wichtige Parameter bei der Analyse sind z. B. die Entwicklung von Symptomen und Beeinträchtigungen, der Medikamentenverbrauch, die Entwicklung der Lebensqualität, die Anzahl der Krankenhausaufnahmen sowie Akzeptanz und Zufriedenheit mit dem Betreuungskonzept.



Bei den Patienten mit zusätzlicher telemedizinischer Überwachung wird in häuslicher Umgebung ein telemedizinisches System eingesetzt, das eine digitale Waage, ein Blutdruckmessgerät und eine individuell einstellbare Erinnerungsfunktion für die Arzneimittel (Medikamententimer) umfasst. Mit diesem System werden täglich Gewicht und Blutdruckwerte erhoben und an den IFT gesendet. Speziell qualifizierte Pflegekräfte des IFT schulen und betreuen die Patienten. Für das Projekt wurde in Abstimmung mit Kardiologen des Uniklinikums ein abgestuftes Interventions- und Alarmschema entwickelt, das in Absprache mit dem behandelnden Hausarzt für die jeweiligen Patienten angepasst werden kann. Ein sofortiges Eingreifen bei abweichenden Werten ist somit individuell gesichert. "Nach sechs Monaten werden die Gruppen getauscht, so dass alle Patienten sich selbst ein Urteil bilden können, welchen Nutzen die telemedizinische Anbindung für sie bringt", so Hoffmann weiter. "In der praktischen Anwendung soll die Telemedizin wissenschaftlich untersucht und als ein fester Bestandteil der regulären Patientenversorgung etabliert werden."

 

Bisher beteiligen sich das Uniklinikum Greifswald und das Kreiskrankenhaus Wolgast sowie 50 Hausärzte an dem Programm. Das aus dem Zukunftsfonds des Landesgesundheitsministeriums geförderte Kompetenzzentrum soll gezielt dazu beitragen, in Kooperation mit den Kliniken und niedergelassenen Ärzten telemedizinische Lösungen in der alltäglichen Krankenversorgung zu etablieren und sich somit auf künftige demografische Entwicklungen einzustellen.




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