09.06.09

Stiftung Warentest: Gesundheitsportale im Test



Die Stiftung Warentest hat zwölf Gesundheitsportale im Internet überprüft und kommt zu dem Schluss: Falsche Informationen sind selten, dafür sind sie zuweilen lückenhaft.

Jeder dritte Deutsche nutzt inzwischen das Internet mindestens einmal pro Monat für die Recherche von Gesundheitsthemen. Tendenz steigend. Allein der Anbieter netdoktor.de verzeichnet 45 000 Besucher am Tag. Insgesamt kommen die zwölf Gesundheitsportale im Test auf knapp sechs Millionen Nutzer im Monat.

 

Vollständig, richtig und neutral – so sollten Gesundheitsportale ihre Leser informieren. Ob sie diesem Anspruch gerecht werden, überprüften die Tester anhand häufiger Krankheiten. Blasenentzündung und Bluthochdruck zum Beispiel. Ergebnis: Zu allen ausgewählten Krankheiten halten die Portale Informationen bereit. Sachliche Fehler sind selten. Onmeda patzte. Das Portal schlägt Betablocker als Medikament bei Asthma vor. Eine gefährliche Fehlinfo: Betablocker verengen die Bronchien und sind daher nichts für Asthmatiker.

 

Die besten Tipps helfen nichts, wenn der Laie sie nicht versteht. Fachbegriffe müssen deshalb erklärt, die Sätze knapp und die Wortwahl präzise sein. Am besten schaffen das GesundheitPro.de, netdoktor.at, MedizInfo und paradisi.de. Oft hapert es auch an der Übersichtlichkeit der Seite oder der fehlenden Navigation. Gerade die ist aber wichtig, schließlich landen die meisten Nutzer beim „Googeln“ auf den Portalen. Eine klare Menüführung hilft dann, sich zurechtzufinden. Den Dreiklang Handhabung, Verständlichkeit und Inhalt beherrschen GesundheitPro.de, netdoktor.de und vitanet.de am besten.

 

Fakten allein machen viele Internetnutzer noch nicht glücklich. Einige Portale bieten deshalb mehr: Newsletter, Selbsttests, Medizin-Quiz und Veranstaltungskalender zum Beispiel. Wer will, kann auch eine virtuelle Sprechstunde besuchen. Fünf Betreiber im Test bieten diesen Service an. Experten beantworten die medizinischen Anfragen der Nutzer. Nicht immer gut, wie der Test zeigt. Beispiel qualimedic.de: Der Experte konterte die Bedenken eines Testers zur Masernschutzimpfung mit einer polemischen Antwort. Die Auskünfte zum Thema Bluthochdruck waren lückenhaft. Alles in allem eine mäßige Qualität, die nicht zu erwarten war: Auf diesem Portal beantworten 80 Fachärzte die Fragen der Nutzer.

 

Weitaus weniger multimedial ist das Portal MedizInfo. Ruft der Nutzer die Website auf, wird er von einer Textfülle erschlagen. Interaktive Elemente? Fehlanzeige. Auch Bilder haben auf der Website Seltenheitswert. Optisch scheint das 1996 gegründete Portal noch in der Gründerzeit des World Wide Web verhaftet. Seiner Beliebtheit tut das aber keinen Abbruch: Nach Zugriffszahlen rangiert MedizInfo gleich hinter netdoktor.de und Onmeda auf Platz drei.

 

Quelle: Stiftung Warentest

 




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