Schweiz: eHealth Barometer erstmals veröffentlicht
Das erstmals durchgeführte Swiss eHealth Barometer wurde gestern auf den InfoSocietyDays in Bern vorgestellt. Die Studie zeigt den aktuellen Stand und die Entwicklung von eHealth in der Schweiz auf. Im Zuge einer Online-Befragung wurden 503 zufällig ausgewählte Ärztinnen und Ärzte sowie 92 IT- bzw. eHealth-Verantwortliche aus Krankenhäusern befragt. Im Auftrag der InfoSocietyDays wurde die Studie in Kooperation mit der FMH (Schweizer Ärzteverband), dem Koordinationsorgan eHealth Bund-Kantone, den Gesundheitsdepartementen der Kantone Luzern und St. Gallen sowie der IG eHealth durchgeführt.
Das Barometer zeigt auf, dass einzelne eHealth-Anwendungen in der Schweiz längst Alltag sind, dazu zählen die Vernetzung von Krankenhäusern mit Krankenversicherungen und IT-Supportunternehmen sowie der Ärzteschaft mit Labors, IT-Supportunternehmen und Kliniken. Dabei handelt es sich allerdings meist um Einzelfall-Anwendungen, welche aber kaum auf eine systematische Gesamtvernetzung ausgelegt sind. Die Krankenhäuser planen künftig den verbreiteten Einsatz von softwareunterstützter Medikamentenverordnung und den elektronischen Austausch von medizinischen PatientInnen-Daten. Dominierend in dieser Entwicklung sind die individuellen Kosten/Nutzen-Überlegungen.
Ein Aufbruch zu einer systematischeren Entwicklung von eHealth in der Schweiz ist laut Studie auf allen Ebenen blockiert: Die "Strategie eHealth Schweiz" ist gerade einmal bei 18 Prozent der Ärzteschaft überhaupt bekannt, und die Umsetzung wird vor allem von den Krankenhäusern beklagt. Die gesetzlichen Grundlagen sind laut Befragung mangelhaft und die Zufriedenheit mit dem heuten Stand der Koordination ist mit 4 Prozent bei den Ärzten und 6 Prozent bei den IT-Verantwortlichen in den Krankenhäusern auf einem sehr tiefen Stand.
Die Auseinandersetzung der Ärzteschaft mit eHealth - als Mittel beispielsweise zur Qualitätsverbesserung oder für eine aktivere Rolle der PatientInnen - ist eher oberflächlich geblieben. Neben dem Interesse fehlt es oft am Vertrauen in die anderen beteiligten Akteure. Teilweise wird eine "gläserne Ärzteschaft" und
eine Abhängigkeit von der IT-Industrie befürchtet. Damit verbunden ist auch die fehlende Überzeugung, dass sich Investitionen in eHealth wirklich lohnen. Hier könnte, so die Ergebnisse der Befragung, durch eine koordinierte Mittelvergabe, auch in Form von Anstossfinanzierungen durch die öffentliche Hand, der Blockierung der Entwicklung von eHealth auf finanzieller Ebene begegnet werden. Ein weiterer Ansatzpunkt bildet aus Sicht der Ärzteschaft die bessere Schulung, was sich in einem mehrheitlichen Wunsch der Integration von eHealth in die medizinische Ausbildung zeigt.
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