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FH Münster: Forschung an drahtloser Patientenfürsorge in den eigenen vier Wänden

16.01.13 · 

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Um die Behandlung von Patienten effizienter zu gestalten, forschen Prof. Dr. Peter Glösekötter und sein Team am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der Fachhochschule Münster. Mit Wireless Health Monitoring (wihmo) sollen Sensoren, mittels drahtloser Technologie, eine medizinische Überwachung von Patienten in den eigenen vier Wänden ermöglichen.
„Belegzeiten von Krankenhausbetten reduzieren sich, Ärzte und Pflegekräfte werden entlastet, die Kosten im Gesundheitssystem sinken", beschreibt Glösekötter das Ziel. Zusammen mit Prof. Dr. Uvo M. Hölscher, Medizintechnikexperte am Fachbereich Physikalische Technik, stieß der Fachmann für elektronische Bauelemente das Thema an.
Das Prinzip klingt simpel: Sensoren messen beim Patienten Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung des Blutes oder andere Werte. Die Daten sammelt der am Körper getragene Minicomputer und überträgt sie mit dem integrierten Sender mittels WSN-Technologie (wireless sensor network) per Funk an einen beliebigen Rechner in der Wohnung oder am Arbeitsplatz. Das kann ein Smartphone sein, ein Notebook oder der Heim-PC. Über das Internet werden die Daten weitergeleitet. Die Analyse erfolgt automatisch in Echtzeit. Die Abweichung vom Standardwert oder auch eine herausgerutschte Kanüle lösen einen automatisierten Alarm aus. Erst zu diesem Zeitpunkt kommen Ärzte oder Pflegepersonal ins Spiel und entscheiden über das weitere Vorgehen.
Damit sollen das Personal in Krankenhäusern und Heimen entlastet, die Behandlungskosten gesenkt und unnötig gewordene Krankentransporte reduziert werden. Das gelte vor allem für die mit rund 55.000 Euro pro Jahr und Patient sehr teure Dialyse, die durch eine von wihmo überwachte Heimdialyse ersetzt werden könnte, so Glösekötter.
Das drahtlose Monitoring schaffe zudem eine neue Lebensqualität. Patienten oder pflegebedürftige Personen seien nicht mehr durch Kabel ans Bett gebunden, könnten sich zuhause frei bewegen oder sogar im Beruf weiterarbeiten - und müssten nicht Stunden in Wartezimmern verbringen. „Wir sind quasi die ersten Meter", beschreibt Glösekötter seinen Forschungsanteil und meint damit die Erfassung und Übertragung bis zum Internet innerhalb der Wohnung oder am Arbeitsplatz.
„Die Funkstandards haben wir selbst entwickelt, um die Technik an spezielle Anwendungssituationen anpassen zu können", erklärt Diplom-Informatiker Gregor Rebel. Verschiedene Sender wurden im Labor getestet, deren Stromaufnahme und Energiebilanz verbessert.
„Inhaltlich gesehen feiern wir Richtfest", sagt Rolf Laakmann von der für die Projektkoordination zuständigen FH-Transferagentur. Denn in Kürze präsentieren die FH-Forscher ihre Ergebnisse den Projektpartnern aus Wirtschaft, Gesundheitsbranche und Hochschulen. Anhand eines Prototyps, der Computer, Funkgerät und Batterie enthält, können die Forschungspartner dann im Jahr 2013 spezielle Anwendungen weiterentwickeln, währenddessen die FH-Forscher die Soft- und Hardware optimieren.


Das wihmo-Forschungsprojekt, das zunächst bis Januar 2014 läuft, wird mit rund zwei Millionen Euro durch das INTERREG IV A-Programm Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des NRW-Wirtschaftsministeriums sowie der niederländischen Provinz Overijssel gefördert. Zu den Projektpartnern gehören die Technische Universität Braunschweig, die Universität Twente, die Barmer GEK, die Apotheke am Bauhaus in Borghorst sowie das Krankenhaus Medisch Spectrum in Twente, die Softwareunternehmen Vector Fabrics in Eindhoven und Silicon Hive sowie die Medizintechnikfirma Centric Tsolve in Hengelo.


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