01.06.11

EU: Integration des Projekts Netc@rds in nationale Gesundheitssysteme wird erwartet



Das EU-geförderte Projekt Netc@rds erprobt die medizinische Inanspruchnahme im EU- Ausland durch Versicherte der jeweiligen gesetzlichen Krankenversicherungssysteme in 17 europäischen Ländern und ca. 500 Piloteinrichtungen (www.healthcareabroad.eu). In ausgewählten Krankenhäusern und Arztpraxen  ist die  Identifikation der Versicherten  mit den jeweiligen elektronisch lesbaren nationalen Krankenversichertenkarten oder der elektronisch eingescannten Europäischen Krankenversichertenkarte möglich.

 

Über eine vernetzte europäische Portalinfrastruktur werden die administrativen Versichertendaten auf Gültigkeit und Berechtigung geprüft. In Deutschland sind auf Initiative von Dr. Christopher Hermann die AOK Baden-Württemberg, Stuttgart, die AOK Bayern, München  und die AOK Nordost, Potsdam an dem Projekt beteiligt. Dr. Gerhard Brenner koordiniert im Auftrage des Netc@rds-Konsortiums und des  Zentrums für Telematik im Gesundheitswesen GmbH, Bochum die vertraglichen Aktivitäten zwischen den europäischen Partnern.

 

Die Europäische Kommission hat das Projekt seit zehn Jahren mit einer Zuwendung von ca. 5 Mio. Euro unterstützt. Erwartet wird von der EU, dass die Verfahren und NET@RDS-Dienstleistungen nach Auslaufen der EU-Finanzierung zum 30.6.2011 in die jeweiligen nationalen Gesundheitssysteme integriert werden.

 

Gerhard Brenner erläuterte auf der eHealth-Konferenz in Budapest (10.Mai 2011) die dafür bereits getroffenen Vorbereitungen:

1.            Bei Projektbeginn im Jahre 2002 schlossen die europäischen Projektpartner bereits eine Vereinbarung zur Finanzierung und Kostenerstattung der projektbezogenen  medizinischen Leistungen in den Piloteinrichtungen, die nicht mit der EU-Projektfinanzierung endet. 

2.            Eine Rahmenvereinbarung mit Wirkung vom 1. Juli 2011 befindet sich mit den Partnern in der Abstimmungsphase, die den Datenaustausch und die NETC@RDS-Portalinfrastruktur in ihren jeweiligen Organisationen weiter aufrecht erhalten wollen.

3.            Zuständige Einrichtungen in Deutschland, Österreich, Polen, den Niederlande, der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik und Liechtenstein haben bereits ihr Interesse zur Fortsetzung der Aktivitäten auf eigene Kosten mitgeteilt. Die Zusage weiterer EU-Mitgliedsstaaten wird erwartet.

 

Zusammen mit anderen EU-Initiativen ist die Fortführung der NETC@RDS-Aktivitäten ein wichtiger Baustein zur Erreichung der grenzüberschreitenden medizinischen Inanspruchnahme in Europa unter Abbau von bürokratischen Zugangsbarrieren.




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