Berlin-Brandenburg: Telemedizin ist "Paradebeispiel" für neue Kooperation
Der Berliner Senat und die Brandenburger Landesregierung haben in Berlin eine Kooperationsvereinbarung für ein gemeinsames länderübergreifendes Management der Gesundheitswirtschaft beschlossen. Die Zukunftsagentur Brandenburg GmbH, die TSB Innovationsagentur GmbH und die BerlinPartner GmbH haben den Vertrag über das sogenannte Clustermanagement unterzeichnet.
Er ist Bestandteil des Masterplans „Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg“, einer Initiative mit der Berlin und Brandenburg die Zusammenarbeit von Gesundheitswirtschaft, Wissenschaft und Versorgung ausbauen und verstärken wollen. „Zielsetzung des Masterplans Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg ist es, beide Länder an der Spitze der Gesundheitsregionen in unserem Land zu etablieren“, erklärte Harald Wolf, Berliner Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, bei der Vertragsunterzeichnung.
Aufgabe des Clusters ist es, die Maßnahmen der Gesundheitswirtschaft, Wissenschaft und Politik zu koordinieren und konkrete Projekte im Rahmen des Masterplans umzusetzen. Schwerpunkt wird dabei unter anderem die praxisorientierte Entwicklung von Telemedizin sein. Sie soll vor allem die hausärztliche und fachärztliche Versorgung in ländlichen Regionen verbessern.
Telemedizin sei ein „Paradebeispiel“, wie Vorhaben gemeinsam entwickelt und vermarktet werden können, sagt Steffen Kammradt, Chef der Zukunftsagentur Brandenburg, die zusammen mit der TSB Innovationsagentur und Berlin Partner das neue Management bildet. So wurde die Idee zum Telemedizin-Projekt „Fontane“ an der Charité und am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut entwickelt, angewendet werde es bis 2013 in Nordbrandenburg. Den teilnehmenden Herz-Kreislauf-Patienten wurden Geräte ausgehändigt, die Blut aus dem Finger abzapfen und anschließend analysieren können. Das Gerät sendet die Werte dann per Mobilfunk an einen Facharzt etwa in der Charité. „Das Projekt hat bundesweit für Furore gesorgt“, sagt Kammradt. Auch neue Verfahren in der Diagnostik, die Berliner und Brandenburger Wissenschaftler entwickeln, seien gefragt.
Darüber hinaus soll der Ausbau der industriellen Basis der Gesundheitswirtschaft in den beiden Ländern im Vordergrund stehen. „Unser gemeinsames Ziel ist und bleibt es, vertrauensvoll in der Gesundheitswirtschaft zusammenzuarbeiten und die Region Berlin-Brandenburg zu dem innovativen und leistungsstarken Zentrum der Gesundheitswirtschaft in Deutschland zu entwickeln“, sagte Daniel Rühmkorf, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Brandenburg.
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