Ärztemangel: KBV und BÄK veröffentlichen neue Arztzahlstudie mit alarmierenden Zahlen
Die Lücken in der ambulanten und stationären ärztlichen Versorgung werden immer größer, obwohl es mittlerweile diverse Maßnahmen gibt, um den Ärztemangel in Deutschland zu bekämpfen. Das geht aus der neuen Arztzahlstudie hervor, die die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) heute in Berlin präsentiert haben. Demnach müssen bis zum Jahr 2020 allein im ambulanten Bereich 51.774 Ärzte ersetzt werden, darunter 23.768 Hausärzte. Diese Prognose ergibt sich unter anderem aus dem Durchschnittsalter der Ärzte, das im Erhebungsjahr 2009 bei 51,92 Jahren lag.
„Stellt man der Zahl der Abgänge die voraussichtlichen Zugänge bis zum Jahr 2020 gegenüber, so wird es dann in Deutschland knapp 7.000 Hausärzte weniger geben als bisher. Diese Zahl ist alarmierend“, betonte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV. Schon im Jahr 2009 fehlten beispielsweise allein in Sachsen-Anhalt 133 Hausärzte, in Niedersachsen 219.
Die Probleme beginnen bereits im Studium, denn 17,9 Prozent der Medizinstudierenden geben ihr Studium ohne Abschluss auf. Auch nicht alle Absolventen melden sich bei einer deutschen Ärztekammer: Im genannten Zeitraum sind der medizinischen Versorgung in Deutschland insgesamt 5.854 Absolventen (11,6 Prozent) verloren gegangen. Ein weiteres Problem für die Versorgung in Deutschland stellt die Abwanderung von Ärzten ins Ausland dar. Insgesamt sind gegenwärtig rund 17.000 deutsche Ärzte im inner- und außereuropäischen Ausland tätig. „Diese Mediziner fehlen uns hier. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen für Ärzte in Deutschland attraktiver werden“, so Köhler.
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