28.05.10

Umfrage: Niedergelassene Ärzte offener gegenüber Telemedizin als vermutet



Die deutschen niedergelassenen Ärzte stehen telemedizinischen Lösungen weitaus offener gegenüber als dies der seit einigen Jahren schwelende Streit um die elektronische Gesundheitskarte eCard vermuten lässt. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die der Verband Deutscher Arztinformationssystemhersteller und Provider e.V. (VDAP) bei 440 hausärztlich tätigen Praktikern, Internisten, Pädiatern und Gynäkologen durchgeführt hat. Danach erwarten knapp mehr als die Hälfte der Befragten (52,5 Prozent) durch die Telematik Vorteile für ihre persönliche Praxissituation. Besonders gute Schulnoten bekamen dabei elektronische Notfalldaten (2,25), der elektronische Arztbrief (2,75) und die Arzneimittetherapiesicherheit (2,83). Allerdings sehen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte auch ein großes Konfliktpotenzial. 80,2 Prozent der Befragten sahen in Zusammenhang mit der Telematik Probleme mit dem Datenschutz. 92,3 Prozent erwarten, dass ihnen durch Telematikanwendungen laufende Aufwendungen und Kosten entstehen.

 

 

 

„Die Ergebnisse dieser Umfrage decken sich weitgehend mit den Erfahrungen, die unsere Mitgliedsunternehmen tagtäglich in den Arztpraxen machen“, erklärte der VDAP- Vorsitzende Lars Hübner bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin. „Ärzte sind nicht etwa technikfeindlich. Sie legen aber großen Wert darauf, dass neue Anwendungen praxistauglich sind und das Arztgeheimnis in vollem Umfang gewährleistet wird.“ Bereits heute nutzen 115.000 Ärzte die modernen Arztinformationssysteme und sicheren Providerdienste der VDAP-Mitgliedsunternehmen. In den Systemen werden rund 50 Millionen elektronische Patientenakten geführt. „Wenn man die starren Sektorengrenzen im Gesundheitswesen überwinden will, um vorhandene Effizienzreserven zu heben, geht kein Weg an der Telematik vorbei“, erklärte Hübner. "Nur wenn die Politik, Krankenkassen und Selbstverwaltung da an einem Strang ziehen, kann es geschafft werden, die derzeit starren Grenzen des Systems zu durchbrechen. – Denn Ärzte wollen und brauchen Telematik mit und für optimale Sicherheit. "

 

 

 

 

 

 

Die Befragungsergebnisse wurden gestern auf einer Podiumsdiskussion vorgestellt, die der VDAP anlässlich der Vorstellung der Befragungsergebnisse durchführte und an der u.a. Dr. Rolf Koschorrek, MdB (CDU) und Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages, Rainer Höfer, Abteilungsleiter IT-Systemfragen/Telematik beim GKV-Spitzenverband, Norbert Butz, Dezernent Telematik der Bundesärztekammer, Wolfram-Arnim Candidus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) und Dr. Erwin Lotter, MdB (FDP) und ebenfalls Mitglied  des Gesundheitsausschuss des Bundestages, teilnahmen.

 

 




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