Service- und Assistenzroboter
In der Industrie haben Roboter vielerorts den Arbeiter am Fließband verdrängt. Können intelligente Maschinen den Menschen auch im Haushalt lästige Arbeit abnehmen und in der Pflege wichtige Unterstützung leisten? Seit einigen Jahren wird intensiv an Service- und Assistenzrobotern geforscht. Mit ersten Erfolgen.
Wenn von Servicerobotern die Rede ist, schießen den meisten Menschen unwillkürlich Bilder aus Film- und Fernsehwelten in den Kopf. Hier sind hoch entwickelte humanoide Roboter ein oft selbstverständlicher und allgegenwärtiger Teil des Alltags. Abgesehen von liebenswerten Exemplaren wie R2-D2 aus den Star-Wars-Filmen oder dem Müllroboter Wall-E, tendieren die Maschinen in der Filmfiktion jedoch mitunter dazu, es mit der Autonomie zu übertreiben und sich die Menschen untertan machen zu wollen. Rührt etwa daher die Skepsis gegenüber Robotern, sobald es darum geht, dass diese auch in der Realität Freund und Helfer des Menschen werden könnten?
Entwicklung steckt noch in den Anfängen
Von den Science-Fiction-Szenarien ist die Wirklichkeit hinsichtlich des technischen Entwicklungsstands ohnehin weit entfernt. Die Servicerobotik steckt noch in den Anfängen. Die ersten Schritte sind allerdings gemacht und das Spektrum an Einsatzgebieten ist breit: Entwickelt werden Roboter in allen Formen – mal als „Humaniode“ in Menschengestalt, mal erinnern sie eher an Kisten – und für viele Aufgaben. So gibt es bereits seit den 1990er-Jahren sogenannte Haushaltsroboter, die dem Menschen lästige Arbeiten abnehmen: Sie können selbständig Staub saugen, den Rasen mähen oder den Boden wischen. Heute gibt es mehrere Hersteller, die auf dem Markt zuverlässige Geräte anbieten.
Neben diesen praxiserprobten Maschinen finden sich mehrere Prototypen, die noch in der Entwicklung stecken: Assistenzroboter etwa, die in der Heimbetreuung als praktischer Helfer ihren Dienst tun; oder sogenannte Zuwendungsroboter, die als interaktive Begleiter die Aktivität von Menschen mit Demenz fördern sollen; oder Roboter, die in ländlichen Gebieten im Rahmen des Telemonitoring eingesetzt werden; oder Hightech-Rollstühle, die in der Lage sind, Hindernisse zu erkennen und selbständig zu umfahren.
An einen Rollstuhl, der mit diversen Zusatzfunktionen ausgestattet ist, erinnert etwa der Assistenzroboter FRIEND, der am Institut für Automatisierungstechnik (IAT) an der Universität Bremen in den vergangenen Jahren erfunden wurde und beständig weiterentwickelt wurde. Mit seiner Hilfe können Menschen, die zum Beispiel aufgrund eines Schlaganfalls querschnittsgelähmt sind, Aufgaben des täglichen Lebens wieder selbstbestimmt und ohne fremde Hilfe durchführen. So unterstützt FRIEND sie etwa bei der Zubereitung einer Mahlzeit.
Seine Bestimmung: dem Menschen zu helfen
Angesichts dieser Verschiedenheit in Form und Funktion stellt sich die Frage, was die diversen Maschinen eigentlich eint und sie zu Servicerobotern macht. „Grundsätzlich ist ein Serviceroboter ein Roboter, der dem Menschen einen Dienst erfüllen soll. Er dient also keinem Selbstzweck, sondern soll uns im Alltag behilflich sein“, erklärt Prof. Dr. Frank Wallhoff, Professor für Assistive Technologien an der Jade Hochschule Wilhelmshaven, Oldenburg, Elsfleth. Unterschieden wird dabei zwischen professioneller Servicerobotik, wie sie in der industriellen Fertigung eingesetzt wird, und Servicerobotern, deren Handhabung keinen speziell geschulten Bediener erfordert. Um Letztere geht es im Bereich Ambient Assisted Living.
In diesem Feld ist Professor Wallhoff mit der Arbeit am Roboter ALIAS tätig. „ALIAS kann keine Gegenstände manipulieren. Es ist vielmehr ein Gerät, das dem Nutzer in allen Alltagssituationen bei der Kommunikation behilflich sein kann“, beschreibt er die Fähigkeiten des Roboters. „Er soll aber keine menschlichen Kontakte ersetzen, sondern sie im Gegenteil befördern“, erklärt der Wissenschaftler. Diese Regel gilt für alle Roboter: Sie sind nicht dazu gedacht, den Mensch-zu-Mensch-Kontakt abzulösen. Vielmehr sollen sie die Arbeit von Pflegenden und die physische wie psychische Mobilität von älteren Menschen unterstützen. ALIAS dient als mobile Kommunikationsplattform, die mit älteren Menschen interagiert und sie im täglichen Leben durch eine Vielzahl von Assistenzfunktionen wie Internet-Telefonie oder Videokonferenz unterstützt.
Aus den Unternehmen
Qualität. Viele Menschen suchen mittlerweile im Internet nach gesundheitsrelevanten oder...
In Meyenburg informierten sich Ärzte über den Nutzen der Kommunikations-Elektronik für Patienten
Detlef Bülow wird seit über einem Jahr rund um die Uhr überwacht. Wenn dem 70-jährigen Rentner aus...
Nachrichten für den CIO
-
RSS-Feed
E-HEALTH-COM News










