Operation Zukunft
Heute müssen Chirurgen nicht nur ihr Handwerk beherrschen, sondern ebenfalls mit Hightech umgehen können. Diese spielt bei der Planung neuer OP-Säle und der Ausführung von Eingriffen eine wichtige Rolle. Die Operation Zukunft ist in vollem Gange.
Chirurgen und Piloten haben viel gemeinsam. Beide tragen viel Verantwortung, müssen körperliche und seelische Stresssituationen bewältigen können und jeder von ihnen muss mit komplexer Technik umgehen. Und mit technischen Neuerungen, die die Arbeit immer wieder – auch grundlegend – verändern. Einige Hersteller haben die Parallelen zur Luftfahrt erkannt und gestalten Operationssäle ähnlich einem Flugzeugcockpit. Das zukünftige chirurgische Cockpit ist ganz auf die Bedürfnisse des Operateurs zugeschnitten und liefert ihm zu jedem Zeitpunkt der OP genau die richtigen Informationen auf die Monitore. Auch die Art und Weise, wie sich der Chirurg durch das OP-System steuert, wird sich künftig grundlegend ändern. In absehbarer Zeit wird er keine Tastatur mehr brauchen, sondern kann das System über Touchscreen, Sprachbefehle oder Gesten kontrollieren.
OP-Planung am Computer
Was dem Piloten sein Flugsimulator, ist dem Operateur die OP-Planung am Computer. Auch hier gibt es interessante Neuentwicklungen. Gerade bei der Operation von Leberläsionen hat sich die virtuelle OP-Planung als sehr hilfreich erwiesen. Viele Wissenschaftler versuchen, die Verfahren zur OP-Planung und zur intraoperativen Navigation zu verbessern. Erste klinische Erfahrungen in dieser Richtung gibt es bereits. Es hat sich viel getan, sowohl bei der Gestaltung von Operationssälen als auch beim Einsatz von Technologien während eines Eingriffs. So viel ist sicher, der „Zukunfts-OP“ ist bereit zum Abheben.
Bei der Firma Karl Storz beschäftigt man sich schon lange mit dem Thema OP der Zukunft. Dabei geht es dem Unternehmen immer darum, die Arbeit der Ärzte und des OP-Teams zu erleichtern und effizienter zu machen. So auch bei der Implementierung ihres voll integrierten Operationssaals OR1. Wie in einem Cockpit kann hier der Operateur direkt vom Operationstisch aus alle wichtigen Instrumente wie Deckengeräte, OP-Lampen, OP-Tische, Endoskopie-Geräte, Kameras, Video- und Dokumentationssysteme selbst steuern. Das geschieht über eine zentrale Kontrolleinheit und eine 1:1 realistische intuitive Benutzeroberfläche des jeweils ausgewählten Geräts. Darüber hinaus ist die Übertragung, Darstellung und Dokumentation von Daten beispielsweise via Video inner- und außerhalb des OPs möglich. Das erleichtert die Einholung von Zweitmeinungen oder kann zu Ausbildungszwecken genutzt werden.
Zentrale Steuerung der Geräte
Auch bei anderen Herstellern spielt die zentrale Steuerung der medizinischen Geräte eine entscheidende Rolle. So hat die Firma Olympus ihr Produkt ENDOALPHA als offenes System aufgebaut. Es erlaubt neben der Steuerung der Geräte des Herstellers auch die Integration externer Geräte wie OP-Tische, OP-Leuchten oder HF-Generatoren. „Eine völlige herstellerunabhängige Steuerung der medizinischen Geräte wäre sicherlich erstrebenswert. Aber auch in absehbarer Zeit wird es dafür sicherlich noch keine Lösung geben. Unser Bestreben ist aber, die Auswahl an steuerbaren Geräten von anderen Herstellern weiter zu erhöhen“, sagt Malte Vahlenkamp, Section Manager Systems Integration von Olympus Europa.
Die Touchscreen-Bedienung ist wie bei Storz intuitiv aufgebaut. Und auch hier kontrollieren die Teams die kompletten nicht-medizinischen Peripheriesysteme wie Raumlicht, integriertes Dokumentationssystem für die Speicherung der Bilder und Videos in HD-Qualität und Video-Routing und -Streaming zur Konsultation, Lehre und Forschung oder für Live-Übertragungen.
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