23.01.12

Mobile Messgeräte

Wird die Telemedizin doch noch trendy? Wer sich die neuen Vitaldatenmessgeräte fürs iPhone ansieht, die derzeit auf den Markt kommen, der reibt sich erstaunt die Augen ob so viel Eleganz. Auch die Stiftung Warentest ist angetan.



Schon das schicke Neongrün, mit dem das iPhone-kompatible Blutdruckmessgerät von Withings an den Start geht, macht deutlich, dass hier beim Design nicht gerade Sanitätshausstandards Pate standen. Die komplette Mechanik inklusive Batterien steckt in einem aluminiumfarbenen Zylinder. Stromkabel? Fehlanzeige. Wer das Gerät ins iPhone einstöpselt, kann mehr oder weniger loslegen. Nur eine App ist nötig, und sogar die wird automatisch geladen.

 

Withings ist nicht der einzige Hersteller, der das Vitaldatenmonitoring ins 21. Jahrhundert holen möchte. Das Unternehmen Medisana bestückt die Telekom-Shops derzeit mit Blutdruck­messgeräten, die in Design und Funktion einem iPhone-Dock nachempfunden sind. Zwei kaum daumengroße Einsteckmodule dienen außerdem der Messung von Blutdruck und Blutzuckerwerten. Auch diese VitaDock genannte Gerätereihe ist optisch so ansprechend, dass man sie abends zum Angeben in die Bar mitnehmen könnte. Mit dem Thermometer lässt sich per Infrarotmessung sogar die Temperatur des Rotweins ermitteln. Natürlich laufen die Messwerte automatisch ins Telefon und lassen sich dort grafisch darstellen. Teilweise gibt es auch eine fakultative Kopplung an eine Online-Akte, sodass die Werte anderen zugänglich gemacht werden können.

 

So weit, so schick. Aber: Taugen die Geräte auch was? Die Stiftung Warentest hat drei der neuen Geräte unter die Lupe genommen. Von Medisana war nur die ältere Generation dabei, aber immerhin. Die Geräte bekommen in Sachen Messgenauigkeit im Vergleich zum jeweiligen Standard, der Arztmessung,  durchweg gute Noten. Auch im Selbsttest der Redaktion zeigen sich hohe Übereinstimmungen, was für eine solide technische Umsetzung spricht. Gebrauchsanleitungen sind allenfalls für die Blutzuckermessung nötig. Alles andere läuft von selbst.

 

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Redaktion E-HEALTH-COM




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