15.03.10

13. InfoSocietyDays
08-12.03.2010 in Bern

InfoSocietyDays mit Teilnehmerrekord - Präsentation des Swiss eHealth Barometer 2009



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom 8. – 12. März fanden in Bern die 13. InfoSocietyDays statt. Auch dieses Jahr wurden die drei Foren rege als Ausstellungs- und Kontaktplattform genutzt: Am Swiss eEducation Forum, dem Swiss eGovernment Forum und dem Swiss eHealth Forum nahmen insgesamt rund 1’200 Personen teil. Gegen über dem Vorjahr konnte die Teilnehmerzahl um 23 Prozent gesteigert werden. 

 

 

eEducation, eGovernment und eHealth

Informations- und Kommunikationstechnologien sind Schlüsseldisziplinen für den Erfolg in verschiedensten Geschäftsfeldern – heute und morgen. Während fünf Tagen standen im Kongresszentrum der BEA bern expo AG die Themen eEducation, eGovernment und eHealth im Zentrum des Interessens.  Das Publikum nutzte die Gelegenheit, sich über die rasante Entwicklung der ICT-Anwendungen in Bildung, Verwaltung und Gesundheitswesen zu informieren. Neben dem Besuch von Referaten, Solutions und Workshops war insbesondere das brancheninterne und -externe Networking Ziel der Teilnehmenden. Eine attraktive Foyerausstellung und zwei Networking-Dinner boten den entsprechenden Rahmen dafür. 

 

Swiss eHealth Barometer

Ein besonderer Höhepunkt des Swiss eHealth Forums war die Präsentation des Swiss eHealth Barometers: Die im Auftrag der InfoSocietyDays erstmals durchgeführte Studie zeigt den aktuellen Stand und die Entwicklung von eHealth in der Schweiz auf. Grössere Hürden werden aufgedeckt und Lösungsansätze aufgezeigt. Die Studie ist breit abgestützt. Sie steht unter dem Patronat der FMH, dem Koordinationsorgan eHealth Bund-Kantone, den Gesundheitsdepartementen der Kantone Luzern und St. Gallen sowie der IG eHealth.

 

Im Zuge einer Online-Befragung wurden einerseits 503 zufällig ausgewählte Ärztinnen und Ärzte sowie 92 IT- bzw. eHealth-Verantwortliche aus den Spitälern befragt. Die Ergebnisse wurden an den InfoSocietyDays am 11.März in Bern erstmals präsentiert.  

 

Durchschnittlich wenig eHealth-Anwendungen im Einsatz 

Einzelne Anwendungen von eHealth sind in der Schweiz längst Alltag, dazu zählen die Vernetzung von Spitälern mit Krankenversicherungen und IT-Supportunternehmen sowie der Ärzteschaft mit Labors, IT-Supportunternehmen und Spitälern. Dabei handelt es sich vornehmlich um im konkreten Einzelfall nützliche Anwendungen, welche aber kaum auf eine systematische Gesamtvernetzung ausgelegt sind. Die Spitäler planen künftig verbreitet den Einsatz von softwareunterstützter Medikamentenverordnung und den elektronischen Austausch von medizinischen PatientInnen-Daten. Dominierend in dieser Entwicklung sind die individuellen Kosten/Nutzen-Überlegungen, was visionäre Vorstellung mit deutlich grösserem Potenzial ausbleiben lässt, obschon solche Ideen bereits bekannt sind. 

 

Strategie, Koordination und Zusammenarbeit ausbaufähig 

Ein Aufbruch zu einer systematischeren Entwicklung von eHealth in der Schweiz ist auf allen Ebenen blockiert: Die "Strategie eHealth Schweiz" ist gerade einmal 18 Prozent der Ärzteschaft überhaupt bekannt und die Umsetzung wird vor allem von den Spitälern beklagt. Die gesetzlichen Grundlagen sind mangelhaft und die Zufriedenheit mit dem heuten Stand der Koordination ist mit 4 Prozent bei den Ärzten und 6 Prozent bei den IT-Verantwortlichen in den Spitälern auf einem sehr tiefen Stand. 

 

Bisher wenig Themeninvolvierung und kaum Vertrauen in die Akteure seitens der Ärzteschaft 

Die Auseinandersetzung innerhalb der Ärzteschaft mit eHealth als Mittel beispielsweise zur Qualitätsverbesserung oder für eine aktivere Rolle der PatientInnen ist eher oberflächlich geblieben. Neben dem Interesse fehlt es oft am Vertrauen in die anderen beteiligten Akteure. Teilweise wird eine "gläserne Ärzteschaft" und eine Abhängigkeit von der IT-Industrie befürchtet. Damit verbunden ist auch die fehlende Überzeugung, dass sich Investitionen in eHealth wirklich lohnen. Hier könnte durch eine koordinierte Mittelvergabe, auch in Form von Anstossfinanzierungen durch die öffentliche Hand, der Blockierung der Entwicklung von eHealth auf finanzieller Ebene begegnet werden. Ein weiterer Ansatzpunkt bildet aus Sicht der Ärzteschaft die bessere Schulung, was sich in einem mehrheitlichen Wunsch der Integration von eHealth in die medizinische Ausbildung zeigt. Neben den ausbildenden Spitälern ist in diesem Punkt auch die IT-Industrie mit ihren eHealth- Lösungen direkt angesprochen. 

 

Die InfoSocietyDays 2011 werden vom 7.-11. März stattfinden. 

Für weitere Informationen: www.infosocietydays.ch 

 

Text: Jürg Lehni, MKR Consulting AG




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